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Unified Communications

Die Arbeitswelt wird flexibler aber auch vielschichtiger. Die Mitarbeiter wollen ihre Aufgaben immer häufiger von zu Hause aus oder in Teilzeit erledigen, Manager auf Reisen möchten unproduktive Wartezeiten mit sinnvollen Tätigkeiten für die Firma ausfüllen, Kollegen im Außendienst sollen aktuelle Informationen zum Kunden in Echtzeit abrufbar erhalten, die Kunden ihrerseits den richtigen Ansprechpartner im Unternehmen mit einer Rufnummer überall und jederzeit erreichen können.

Ein weiterer Trend geht dahin, für Projekte aller Art Teams bestehend aus eigenen Mitarbeitern und vielen externen Experten zusammenzustellen. Das verteilte Arbeiten in diesen Teams und Projekten ist aber oft geprägt durch rudimentäres Vorhandensein der Context Awareness, das mangelnde Wissen um den Fortschritt des Projekts, die fehlende Information was andere Teammitglieder tun oder ob und wann sie erreichbar sind.

Auf der anderen Seite steigen die Anzahl der Geräte sowie die Arten der Medien die den Menschen für die Kommunikation zur Verfügung stehen. Das führt aber paradoxerweise – trotz erweiterter Kommunikationsmöglichkeiten – dazu, dass die Erreichbarkeit sich verschlechtert, während die Komplexität weiter steigt.

Die Antwort der Industrie auf diese Problemstellung nennt sich Unified Communications. Hiermit sollen integrierte Kommunikationsinfrastrukturen geschaffen werden, die die Verbesserung der Kommunikation zwischen den Menschen zum Ziel haben. Dazu werden die einzelnen Kommunikationsstränge wie Groupware-Software, neue Medien wie VoIP und Instant Messaging und klassische IKT unter einer gemeinsamen Oberfläche konvergiert.

Das klingt kompliziert und ist es auch; gilt es doch Medienintegration, Präsenzinformation, Kontextintegration und Kooperationsfunktionen unter einen Hut zu bringen. Das zu stemmen ist auf der Anbieterseite nur den Großen der ITK-Brache gelungen und auf der Anwenderseite bisher ebenfalls nur den großen Unternehmen vorbehalten gewesen. Der Mittelstand musste sich mit, für seine Zwecke eigentlich ungeeigneten, abgespeckten Lösungen zufrieden geben. Dass es auch andere Ansätze gibt, zeigt unsere Titelgeschichte.

 

Herzlichst, Ihr

 

Albert Absmeier

Chefredakteur

Einen Cent pro E-Mail

Was nichts kostet ist auch nichts wert oder einem geschenkten Gaul schaut man nicht ins Maul. Kostenlose Software hat es schwer sich gegen die kommerziellen Varianten durchzusetzen. Irgendwo herrscht einfach Misstrauen ob Qualität und Sicherheit gewährleistet sind.

Bei der E-Mail sieht es anders aus. Auch hier muss man nichts bezahlen – außer einmalig für die Infrastruktur und die Flatrate natürlich – handelt sich dafür aber enorme Qualitäts- und Sicherheitsmängel ein. Nur um günstig Millionen von E-Mails rausschicken zu können? Das machen sich hauptsächlich die zwielichtigen Gestalten und immer mehr die organisierte Kriminalität weidlich zu Nutze. Denen reichen Response-Raten im Promillebereich um satte Gewinne einzufahren.

Da wundert es auch nicht, wenn die Spamflut immer mehr zunimmt und mittlerweile 70 bis 90 Prozent (je nach Zähler) des E-Mail-Verkehrs ausmacht. Die Unsummen an Kosten die weltweit entstehen durch Bandbreitenverbrauch, unnötige Arbeitszeit, Sicherheitsmaßnahmen, und die Sicherheitsrisiken die man sich mit Viren, Trojaner und Spyware einfängt, lassen sich fast gar nicht beziffern.

Was wäre wenn jede E-Mail die man verschickt mit einem Cent zu Buche schlagen würde? Die Firmen und Ottonormalverbraucher könnten die Gebühren locker wegstecken (wer schickt schon persönlich mehr als 100 E-Mails am Tag?). Aber den Spammern dieser Welt würde der Spaß vergehen. Das erwirtschaftete Geld könnten die Provider dann wieder in Innovation, verbesserte Infrastruktur und mehr Quality of Service einbringen.

 Manchmal ist es wirklich nur das Geld, das zu sozialem Verhalten führt. Erinnern Sie sich noch an die Zeiten, als die Einkaufwagen vor den Konsumtempeln wild in der Gegend herumstanden oder in der ganzen Stadt verteilt waren? Kaum jemand fand es notwendig den Weg zur Sammelstelle zurückzulegen. Seit man einen Euro (früher natürlich die Mark) investiert, flutscht das Ganze. Warum sollte es bei der E-Mail nicht auch funktionieren?  Herzlichst, Ihr, Albert Absmeier

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