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13.2.2008 von Albert Blog.
Für die einen ist die serviceorientierte Architektur die nächste kopernikanische Revolution der Informationstechnologie, für die anderen nur die Fortführung des Komponentenansatzes und der Objektorientierung aus den 80er und 90er Jahren mit anderen Mitteln.
Die einen versprechen die eierlegende Wolchmilchsau mit enormen Einspar- und Effizienzpotenzial, die anderen gerieren sich als Warner vor zu vielen, unsicheren Baustellen, neuerlich gesteigerter Komplexität und unrealistischen Erwartungen.
Für die einen entfaltet allein die Einführung einer SOA schon enorme Wirkung, für die anderen werden die Potenziale erst in Kombination mit Business Process Management, oder mit Business Service Management, oder mit Business Rules Management, oder mit einem Enterprise Service Bus – um nur einige Beispiele zu nennen - freigelegt.
Die Wahrheit liegt wie immer in der Mitte.
Eine SOA wird die Art und Weise wie die Informationstechnologie in Unternehmen aufgestellt ist, entscheidend verändern. Sie wird zahlreiche (Web) Services miteinander verbinden und die Basis für ein flexibles und agiles Unternehmen bilden. Aber: SOA konzentriert sich auf die IT und die Integration der Prozesse.
Erst die Konvergenz von Business und IT, das IT-Business-Alignment wird dafür sorgen, dass Änderungen in den Geschäftsprozessen die aus den Fachabteilungen heraus angestoßen werden, sich stringent, schnell und relativ einfach in Änderungen in den IT-Systemen widerspiegeln.
Wir bieten Ihnen in dieser Ausgabe einen wirklich umfangreichen Schwerpunkt zum Thema SOA. Hier finden Sie die Essenz aus Aberduzenden von Artikel, die wir für Sie im Vorfeld eruiert haben. Viele Antworten auf Ihre Fragen zu SOA werden Sie hier finden. Weitere, zum Teil sehr tiefgehende Beiträge finden Sie auf unserer Homepage.
Die IT träumt davon endlich eine finale Lösung entwickeln zu können, die überschaubar und trotzdem skalierbar, die performant und trotzdem flexibel, die leicht zu warten ist und dennoch (fast) nichts kostet. Das wird SOA wahrlich nicht leisten können. Aber man befindet sich auf dem richtigen Weg dahin.
Herzlichst, Ihr Albert F. Absmeier
Geschrieben in SOA - Serviceorientierte Architektur | 3 Kommentare »
13.2.2008 von Albert Blog.
Es gibt Entwicklungen, die erleben nach einem unglaublichen Hype eine ebenso atemberaubende Verabschiedung in die Versenkung. Beim Thema SOA verhält es sich umgekehrt. Nach einem von Anbietern, Analysten und Beratern angefachten Hype, der von vielen potenziellen Anwendern vorsichtig, misstrauisch und abwartend beobachtet wurde, werden nun die realen Projekte in immer größerer Zahl und Geschwindigkeit angepackt. Jetzt beginnt der Hype in den Umsetzungen. 10 Prozent der deutschen Unternehmen haben bereits Erfahrungen mit SOA gesammelt, weitere 50 Prozent planen eine Realisation in nächster Zeit.
SOA bietet den Unternehmen unschätzbare Vorteile, die sich in den Schlagworten Standardisierung, Konsolidierung, Kostenersparnis, Agilität und Flexibilität zusammenfassen lassen. Außerdem ist es das erste Architekturmodell überhaupt, das bestehende (Alt)Systeme als integralen Bestandteil eines neuen Systems betrachtet. Die bereits etablierten und bewährten IT-Assets müssen also nicht über Bord geworden werden, sondern werden einfach gekapselt und über definierte Serviceschnittstellen in das neue Modell integriert.
Web-Services sind ein wichtiger Bestandteil von SOA. Wer aber behauptet, er würde SOA in seinem Unternehmen einsetzen, aber lediglich einige Web-Services verwaltet, der macht sich selbst etwas vor. SOA richtig eingeführt, bedeutet einen kompletten Umbau der Organisation in einem Unternehmen. Nicht umsonst wirken die Modelle der Berater und Integratoren so kompliziert und umfangreich. Und so liegen die größten Kosteneinsparmöglichkeiten nicht auf der technischen Infrastrukturebene, sondern überwiegend auf der betriebswirtschaftlichen Seite.
Das Gesamtkonzept SOA wird leider immer noch häufig auf eine reine IT-Plattform reduziert. Dabei geht eine SOA deutlich darüber hinaus und lässt die rein technische Dimension weit hinter sich. Das Ziel, das am Ende des Prozesses steht, ist ein Paradigmenwechsel bei der Zusammensetzung der Geschäftsprozesse hin zum abteilungs- und unternehmensübergreifenden Denken.
Die Unternehmen können vergleichsweise einfach in den Paradigmenwechsel in Richtung SOA einsteigen. Die neu gewonnene Freiheit und Flexibilität nimmt die Anwender aber verstärkt in die Pflicht. Wurde bisher die Businesslogik fest in die Applikationen programmiert, muss er sich nun selbst intensiv mit den eigenen Prozessen und Services auseinandersetzen. Eine permanente Optimierung und Anpassung der Geschäftsprozesse verlangt ein regelmäßiges In-Frage-Stellen der eigenen Arbeit. Ein neuer Hype? Herzlichst, Ihr, Albert F. Absmeier
Geschrieben in SOA - Serviceorientierte Architektur | 1 Kommentar »