Für die einen ist die serviceorientierte Architektur die nächste kopernikanische Revolution der Informationstechnologie, für die anderen nur die Fortführung des Komponentenansatzes und der Objektorientierung aus den 80er und 90er Jahren mit anderen Mitteln.
Die einen versprechen die eierlegende Wolchmilchsau mit enormen Einspar- und Effizienzpotenzial, die anderen gerieren sich als Warner vor zu vielen, unsicheren Baustellen, neuerlich gesteigerter Komplexität und unrealistischen Erwartungen.
Für die einen entfaltet allein die Einführung einer SOA schon enorme Wirkung, für die anderen werden die Potenziale erst in Kombination mit Business Process Management, oder mit Business Service Management, oder mit Business Rules Management, oder mit einem Enterprise Service Bus – um nur einige Beispiele zu nennen - freigelegt.
Die Wahrheit liegt wie immer in der Mitte.
Eine SOA wird die Art und Weise wie die Informationstechnologie in Unternehmen aufgestellt ist, entscheidend verändern. Sie wird zahlreiche (Web) Services miteinander verbinden und die Basis für ein flexibles und agiles Unternehmen bilden. Aber: SOA konzentriert sich auf die IT und die Integration der Prozesse.
Erst die Konvergenz von Business und IT, das IT-Business-Alignment wird dafür sorgen, dass Änderungen in den Geschäftsprozessen die aus den Fachabteilungen heraus angestoßen werden, sich stringent, schnell und relativ einfach in Änderungen in den IT-Systemen widerspiegeln.
Wir bieten Ihnen in dieser Ausgabe einen wirklich umfangreichen Schwerpunkt zum Thema SOA. Hier finden Sie die Essenz aus Aberduzenden von Artikel, die wir für Sie im Vorfeld eruiert haben. Viele Antworten auf Ihre Fragen zu SOA werden Sie hier finden. Weitere, zum Teil sehr tiefgehende Beiträge finden Sie auf unserer Homepage.
Die IT träumt davon endlich eine finale Lösung entwickeln zu können, die überschaubar und trotzdem skalierbar, die performant und trotzdem flexibel, die leicht zu warten ist und dennoch (fast) nichts kostet. Das wird SOA wahrlich nicht leisten können. Aber man befindet sich auf dem richtigen Weg dahin.
Herzlichst, Ihr Albert F. Absmeier
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28.5.2009 bei 21:06
Wo kann ich die angesprochenen Artikel finden/lesen?
28.9.2009 bei 17:10
<p>SOA ist tot – oder doch nicht?<br />
Anfang des Jahres sorgte Anne Thomas Manes mit ihrem Blog für einiges Aufsehen. »SOA is Dead«, denn SOA, so argumentierte die Analystin der Burton-Group, habe die Erwartungen hinsichtlich Kostenreduzierung, Skalierbarkeit und einem Mehr an Flexibilität nicht erfüllt. Die Unternehmen hätten Millionen investiert, aber statt besser sei die IT teilweise sogar schlechter geworden: mit höheren Kosten, längerer Projektdauer und größerer Anfälligkeit. Neben den Blogtext platzierte Manes einen recht respektlosen Car-toon, auf dem ein »SOASaurus« gerade von einem Meteoriten namens »Economy« erlegt wird: »Catastrophic impact of the economic recession.«<br />
Mittlerweile hat sich die Aufregung der IT-Welt über diese Thesen gelegt, der aufgewir-belte Staub ist verweht, die Sicht wieder frei und klar – und nun kann man erkennen: Die Frau hat recht gehabt, SOA ist tatsächlich tot, zumindest als IT-Begriff und als Buzzword sowieso. Man kann das auch in der IT-Praxis feststellen – wer nämlich mit Kunden über größere IT-Projekte spricht, der tut heute gut daran, gar nicht erst von SOA zu reden. Das würde Erwartungen und Hoffnungen, aber auch Bedenken evozieren, die den tat-sächlich zur Debatte stehenden Vorhaben gar nicht angemessen wären.<br />
Dabei geht es heute in der Regel nicht um die alles überspannenden Architektur, den großen Wurf, der zumindest alle IT-Probleme mit einem Schlag löst, sondern um konkrete Aufgaben, die den Unternehmen nicht zuletzt aus einer mehr als unerfreulichen Wirt-schaftslage erwachsen sind. Es geht um die Optimierung von Geschäftsprozessen, um die Implementierung von Mashups, um Composite Applications, um PaaS, SaaS oder um Cloud Computing. Für alle diese Technologien sind Services längst eine unverzichtbare Voraussetzung. Mit diesen ganz praktischen Implementierungen des Services-Konzepts wird die IT flexibler, skalierbarer und effizienter, lassen sich Prozesse besser organisieren und damit auch die Kosten reduzieren. Insofern sind Services längst Alltag und deswegen muss sich niemand eine serviceorientierte Architektur über den Kopf stülpen. Man muss nicht (mehr) von SOA reden, wenn man über Cloud Computing sprechen will; und man muss sich nicht über SOA den Kopf zerbrechen, wenn man Services einsetzen will.<br />
Zurecht hat sich daher der Focus der IT-Öffentlichkeit weiterbewegt: Es geht nicht um Grundsatzentscheidungen wie »SOA oder nicht SOA«, sondern beispielsweise um Fragen von Governance und Compliance – wer darf wann welchen Service nutzen? – um seman-tische Integration, um die Verbesserung der Interoperabilität von Anwendungen oder um die Verarbeitung von Services in Real-Time von mit Tausenden von Events. Anders aus-gedrückt: »SOA is going business.«<br />
M. Knight</p>